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Unwort des Jahres 2009: „Betriebsratsverseucht“ (09.02.2010)
Gesucht wurde – zum mittlerweile 19. Mal – das „Unwort des Jahres 2009“ und die Konkurrenz war groß. „Flüchtlingsbekämpfung“, „Analogkäse“, „Kopftuchmädchen“ oder „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ waren nur einige von insgesamt 982 sprachlichen Missgriffen, die der unabhängigen Jury aus Sprachwissenschaftlern, Journalisten, Schriftstellern und einem Sozialethiker vorgeschlagen wurden. Die zweifelhafte Ehre den Titel zu gewinnen aber hatte der Begriff „betriebsratsverseucht“. Schöpfer dieser verbalen Entgleisung war der Abteilungsleiter einer Baumarktkette, der so Mitarbeiter bezeichnete, die von einer Filiale mit Betriebsrat in eine betriebsratslose Filiale wechseln wollten. Die Wahrnehmung von berechtigten Arbeitnehmerinteressen störe zwar viele Unternehmen, so die Begründung der Jury für ihre Wahl, aber sie als „Seuche“ zu bezeichnen – das sei „ein zumindest sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen“.
Wir wünschen uns, dass zum Wohle der Beschäftigten möglichst viele Betriebe „betriebsratsverseucht“ werden, aus dieser „Seuche“ eine flächendeckende Pandemie wird - allen erfolgreiche Wahlen!

PS: Zeitgleich wurde in Düsseldorf das „Börsen-Unwort des Jahres 2009“ verkündet – es lautet „Bad Bank“. Begründung der Jury: „Es ist für das Publikum schwer nachvollziehbar, dass eine offenbar schlechte Bank eine weitere bad (schlechte) Bank gründet und dies eine gute Lösung für Probleme der Finanzkrise sein soll.“



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